hier ist ...

unser Bericht

Der gesamte Bericht, an einem Stück ist fertig. Die Bilder folgen in Kürze.

NUR FÜR HARTE LESERATTEN

Verfasst von Heike. Kleinste Korrekturen von Andrea und Jörg.

Vorwort und Danksagung

Ich bedanke mich auf diesem Wege bei unserer TAGEBUCHSCHREIBERIN, welche alles fleißig notiert hat. Im Anschluss wurden die Notizen zum Schatz des nachfolgenden Berichtes. Danke Heike.

Und hier gib es die LINKS für die Leser einzelner Kapitel, samt dazugehöriger Fotos.
1.Trivandrum 2.Allepey 3.Backwaters 4.Kulily&Kottajam

08./09.08.2007 - Einmal Indien für vier Personen hin und zurück, bitte! - Ankunft in Trivandrum

Nachdem alle Reisevorbereitungen getroffen waren, wir die Flugtickets und Visen in unseren Händen hielten und wir vier, Andrea, Jörg, Dirk und ich (Heike), im fetten Hyundai mit unseren Rucksäcken und Reiseführern in Richtung Frankfurt am Main saßen, startete unsere Reise durch einen Teil Südindiens. Einige Holpersteine sollten wir aber noch bis zur Landung in Trivandrum überwinden. Auf dem Flughafen in Frankfurt am Main lief es wie am Schnürchen - Hektik pur. Lautsprecher-durchsagen liefen am laufenden Band, Menschenmassen aus den verschiedensten Teilen der Welt, welche in den unterschiedlichsten Sprachen miteinander kommunizierten, eilten über die Gänge, Toilettenverstopfung auf der Herrentoilette, unregelmäßige örtlich und zeitlich nicht abgestimmte Absperrung innerhalb des Flughafenobjektes durch Bundespolizei, Umleitung dort, Warteschlange am Ticketschalter und der Gepäckabgabe ... bis wir dann gegen 15:00 Uhr im Flieger saßen. Von entspanntem Fliegen kann nicht die Rede sein. Im Flieger war es ziemlich eng und das Begleit-personal war stets auf Achse. Die Verpflegungswagen wurden mehrfach durch die engen Gänge geschoben, Stewards bzw. Stewardessen eilten hin und her, um für das leibliche Wohl aller Passagiere zu sorgen. Verhungert dürfte aber eigentlich keiner sein. Denn die Nahrungsaufnahme erfolgte sehr regelmäßig mit einem Touch "very spicy" für uns Europäer. Trotz des stressigen "Flugalltages" hat der ein oder andere die Möglichkeit gefunden, ein kurzes Nickerchen in einer nicht alltäglichen Körperhaltung zu machen. Nachdem wir unsere Zwischenstopps auf den Flughäfen in Kuwait und Mumbai und alle Einreiseformalitäten überstanden hatten, wobei erwähnt werden muss, dass Frauen in Indien auf den Flughäfen separat von Frauen in einer abgeschotteten Kabine ohne jegliche Männerblicke kontrolliert werden, das Andrea und ich wiederum als Erholungsphase vor jeglichen Männer-blicken, Luftküssen und bis jetzt zum Glück nur Fragen nach "What's your name?" nutzten, landeten wir schließlich nach fast 24 Stunden Flug mit Ermüdungserscheinungen und ersten gesammelten Eindrücken gegen Mittag Ortszeit bei Trockenheit und Hitze in Trivandrum (Thiruvananthapuram). Trivandrum ist die Hauptstadt Keralas, was der Ausgangspunkt unserer Reise durch Teile Südindiens war. Bereits am Flughafen in Trivandrum begannen die großen zähen Preisverhandlungen, um so günstig wie möglich zu unserem per Internet gebuchten Hotel zu gelangen. Mit zwei ergatterten Rikschas für 70 Rupie und der Erinnerung an unsere Lebensversicherung ging es auf den mehr oder weniger an Schlaglöchern übersäten, sehr belebten und mit Verkehr ausgelasteten Straßen in einem halsbrecherischen rasanten Tempo, hupender Weise mit mehreren Überholmanövern, bei denen manch einer sein Leben zum letzten Mal visuell vor seinem Auge ablaufen hätte sehen können, in Richtung des 7 km entfernten Hotels. Das Hotel sah klasse aus, stellte sich dann aber auch teurer heraus als geplant war. Das ist der Unterschied zwischen Internet und Realität. Nach Minuten der Erholung zogen wir los, um unsere Weiterreise in Richtung Norden für die nächsten Tage zu organisieren. Nächstes Ziel unserer Reise sollte Allepey sein. Zuerst holten wir uns Infos am Busbahnhof ein. Dort teilte man uns mit, dass die Busse mehrmals täglich nach Allepey fahren und Tickets im Bus erworben werden können. Anschließend liefen wir zur Railwaystation, die sich gleich gegenüber dem Bahnhof befindet, wo wir gleich einen Blick zu den vergitterten Zügen bekamen. Dort erkundigten wir uns über die Möglichkeit der Zugreise. Ein "kleines Heftchen", das etwa 150 Seiten zählt, gehörte ab diesem Tag an mit zu unserem Gepäck. Im Anschluss hieß es erst Mal Einkaufen von Lebensmitteln und anschließend Essen fassen. In der Nichtmalmillionenstadt Trivandrum gibt es ein Shoppingcenter, in dem wir uns mit europäischen Lebensmitteln eingedeckt haben. Nur Bier für die Männer war weit und breit keines zu finden. Als wir den Kassierer diesbezüglich fragten, bildete sich eine Menschentraube um uns und alle machten wilde Zeichen und tuschelten ganz geheim. Bier trinken ist nicht erlaubt in der Öffentlichkeit, deswegen verkauft man auch kein Bier in Geschäften, die für jedermann zugänglich sind! Aber der nette Inder gab uns freundliche Tipps und alle schmunzelten. Also nichts wie hin zum vergitterten Kiosk und 2 Flaschen Bier gekauft für 95 Cent pro 650ml Flasche, was für ein "Hammerpreis". Unsere Jungs wollten auf dem Hoteldach das Bier zischen, aber dort wohnten ca. 30 indische Hotelangestellte und auch das Gebläse der Klimaanlage. Also eher unromantisch für den Tagesausklang, so musste das Zimmer von Andrea und Jörg dafür her halten, wir sind doch da recht flexibel. Bei der Frage, ob es schmecke, bekamen wir Frauen von Jörg zur Antwort: "Es ist mäßig.". Dirk meinte, dass er in Deutschland die Biersorte wechseln würde, aber hier sicherlich ein brauchbarer Ersatz. Und dann hieß es endlich im ausgestreckten Zustand schlafen. Also dann, Augen zu und durch - Schlafen tat gut.

10.08.2007 - Allepey

Am Morgen des 10.08.2007 war gegen 08:00 Uhr bei barbarischer Hitze erst einmal Frühstücken bei Andrea und Jörg im Zimmer angesagt, bevor wir uns auf den Weg zur Busstation begaben. Nach dem Passieren von ca. 20 Rikschafahrern, die uns "überall" hin gefahren hätten, zu einem "fairen" Preis versteht sich, erreichten wir den Busbahnhof. Der Busbahnhof war ein großer unasphaltierter Platz, der aus vielen großen Schlaglöchern bestand. Neben Kiosken und Ständen gab es auch einen separaten Ticketschalter für Frauen und einen für Männer. Nur reagierte keiner auf die Anwesenheit am Frauenschalter von Andrea bzw. mir, wo wir uns bezüglich des Abfahrtortes des Busses informieren wollten. Aber wir erfuhren dann doch irgendwie, mit welchem Bus wir nach Allepey gelangen konnten. Da wir cleverer Weise an der ersten Station eingestiegen waren, haben wir mit unseren Rucksäcken gleich die gesamte hintere Sitzreihe in Beschlag nehmen können. Die Tickets, die für jeden 91 Rupie kosteten, haben wir im Bus vom Kontrolleur erhalten, dass sind nicht einmal 1,70 €. Der Kontrolleur war nicht nur für den Fahrkartenverkauf zuständig, sondern übermittelte per Glocke oder auch an anderen Stellen per Trillerpfeife den Busfahrer, dass dieser Rückwärtsfahren bzw. von einer Haltestelle abfahren kann. Während der 3¾-stündigen Fahrt über ca. 140 km, füllte sich der Bus von Haltestelle zu Haltestelle und die Sitz-ordnung - Frauen und Männer getrennt - wurde stets eingehalten. Sitzplätze waren schon längst keine mehr frei, so dass eine Inderin Dirks Rucksack als Sitzplatz benutzen durfte. Mit der Zeit fing es auch an zu regnen, was für die Fenstersitzplätze hieß, dass sie etwas nass würden aufgrund der schlecht zu verschließenden Fensterscheiben, insofern überhaupt welche vorhanden waren. Als wir in Allepey, eine Stadt, welche in Mitten von Kanälen und Kokospalmen liegt, eingetroffen waren - wir waren sogar an der richtigen Busstation in der Stadt ausgestiegen - sammelte sich sofort eine Menschentraube, von denen jeder uns zu einem Hotel fahren wollte. Nach Jörgs erfolgreichen und kühlen Verhand-lungen ging es mit 2 Rikschas und einem Hupkonzert zu verschiedenen Unterkünften mit 2 Doppelzimmern, bei denen sich herausstellte, dass sie bereits belegt waren. Zwischendurch hatten wir uns dann auch noch aus den Augen verloren, denn das Erkennungszeichen von Jörg und Andrea war der orangenfarbene Regenschirm von Andrea, den sie seitlich aus der Rikscha hielt. Dieser war aber irgendwann nicht mehr zu sehen. Aber alles lief gut und wir fanden uns wieder. Auf der Suche nach einer Unterkunft lernten wir unter anderem Matthew kennen, der Zimmer und Boote vermietet und dessen jüngerer Bruder uns als Geldquelle auf dem Busbahnhof zwecks Unterkunft angesprochen hatte. Bei der Frage nach einem preisgünstigen Zimmer für 4 Personen war wieder ein Lichtblick zu sehen. Matthew organisierte uns in einem seiner Häuser ein Zimmer für 3 Personen mit Aufbettung "without Aircon-dition only Ven", so dass wir uns alle ein Zimmer teilten. Auf der Unterkunftsterrasse, die wir zum Essen und Entspannen nutzten, unterbreitete Matthew uns ein Angebot, das wir nicht ausschlagen konnten. Es bestand die Möglichkeit, für 5000 Rs eine Nacht auf einem Hausboot in den Backwaters inklusive Verpflegung zu verbringen. Im Gegenzug hätte uns eine weitere Nacht in dem 4-Mann-Zimmer nur 400 Rs gekostet. Zusätzlich erfuhren wir, dass am nächsten Tag das einmal im Jahr stattfindende "Bootrace", so eine Art Drachenbootrennen, durchgeführt wird, was sehr bekannt und beliebt sei und Teilnehmer und Zuschauer aus ganz Indien bzw. auch aus dem Ausland erwartet werden. Um diesem Spektakel nicht fern zu bleiben, aber trotzdem unsere Ruhe genießen und die Erkundungsneugierde befriedigen zu können, nahmen wir das Angebot für den nächsten Tag nach einer kurzen einstimmig verlaufenden Beratung an. Aber Priorität hatte erst Mal die Stadterkundung. So zogen wir, eingehüllt in unsere Regencapes mit Kapuze wie die Schlümpfe, bei strömenden Regen in die City. Das H2O lief nur so die Straße entlang, so dass es sich bezahlt machte, keine Schuhe, sondern nur Latschen zu tragen. In einem Geschäft haben wir für 8 RS (ca. 12 Cent) jeweils ein Brot gekauft. Dann haben sich Jörg und Dirk getraut, im hinteren Bereich des Geschäftes einen "Kaffee" zu bestellen, wobei es sich allerdings um löslichen Tee mit Honig und Milch handelte, wie sich beim ersten Kosten herausstellte. Der hat auch 3 RS gekostet, wie ein Stück lecker indischer Kuchen. Mit Essen und Trinken versorgt, ging es dann weiter bis zum Friseur, wo Jörg sich erst einmal seine Haarmatte für umgerechnet 1 € kürzen ließ. Die Inder waren voll begeistert und haben sich gefreut - ein Europäer in Allepey auf dem Frisörstuhl. Ob Jörgs abgeschnittene Haare eingerahmt werden??? Anschließend trafen wir alle vier im Internetcafe ein, wo uns sofort fünf indische Jungs umringten. Jörg erklärt ihnen sein Internet Postfach und hat gleich mal eine 2 Euro Münze verschenkt. Der alte Sparfuchs, verschenkt gleich mal umgerechnet 110 Rs. Davon hätte er eigentlich den ganzen Urlaub Kuchen Essen können, aber was tut man nicht alles für die Völkerverständigung. Gegen Abend, als es endlich aufhörte zu regnen, wollten wir im Green's Restaurant, was anscheinend eine Touristenhochburg ist, da dort ausschließlich Touris den Weg durch den Eingang fanden, speisen. Auf dem Weg dorthin begaben wir uns auf Postkartensuche, welche aber absolut nicht erfolgreich verlief. Nachdem wir uns bei mehreren Geschäftsinhabern bzw. Verkäufern erkundigt hatten, ob sie Ansichtskarten verkauften, gab man uns eindeutig zu verstehen, dass wir bereits im Zeitalter des Internets leben und wir unsere Grüße in die liebe Heimat aus dem fernen Indien auf dem modernen Weg mittels des World-Wide-Web übermitteln könnten. Danke, für die Info. Mit voll gefüllten Mägen erwartete uns jedenfalls noch eine Menge Arbeit in unserer Unterkunft - Moskitonetzaufbau. Was sonst als schnell erledigte Aufgabe gelöst wurde, stellte sich diesmal aufgrund der feuchten Wände, an denen Jörgs Klebeband nicht hielt, als kleine Herausforderung dar. Aber durch gegenseitige Hilfe, Männergeschwafel und Frauenpower konnte Jörg, der mit seinen 1,83 m für die Anbringung der Moskitonetze zu klein war, so dass Andrea ihn hochheben musste, diese doch noch gut befestigen. Zur Aufbettung wurde uns eine, sagen wir nach Pilzen riechende Matratze (Mushroommatratze), angeboten, von der wir dann doch lieber großen Abstand genommen haben und mit vereinten Kräften ein Kanapee die Treppe hinauf beförderten. Anschließend hieß es Licht aus und Gute Nacht.

11./12.08.2007 - Das Leben in den Backwaters und das Bootrace

Nachdem wir die letzte Nacht mehr oder weniger gut aufgrund des Stadtlärms durchschlafen konnten, nahmen wir ein kurzes Frühstück zu uns. Jörg war extra vorher noch zum Bäcker gelaufen, um für uns und speziell für sich selbst leckeren Kuchen zu organisieren. Leider konnten wir nicht nachvollziehen, wie viel Stück er auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft bereits verzerrt hatte. Gegen 10 Uhr sollte es mit gepackten Rucksäcken in Richtung Backwaters gehen, wo wir den Tag und eine Nacht verbringen wollten. Zuvor musste natürlich noch ein Gruppenfoto mit unserem netten Gastgeber Matthew gemacht werden. Anschließend hieß es, Nerven behalten beim Reinpressen der vier Rucksäcke inklusive des Handgepäcks und eine passende Zusammenstellung einer halbwegs ertragbaren Sitzordnung bei den unterschiedlichen Körpergrößen und der barbarischen Wärme in Matthews kleinem Suzuki Swift zu finden. Aber irgendwie ging es, mit ausgehangener Rücksitzbank, Rucksack auf dem Schoß und offenen Fenstern auf der Rücksitzbank, die Fahrt halbwegs zu ertragen. Jörg wollte wie gewohnt auf der Beifahrerseite einsteigen und ist gleich mal auf der Fahrerseite gelandet - LINKSVERKEHR! Der Irrtum wurde schnell geklärt. Dann fuhr uns Matthew sicher, unter seltener Benutzung der Hupe, im Gegensatz zu anderen Verkehrsteilnehmern, bis zu den Backwaters und wir stiegen in einen ca. 80 cm breiten und 10 Meter langen Kahn ein, was durchaus eine wacklige Angelegenheit war. Durch den Bootsmann wurden wir sicher an das andere Ufer zu dem Hausboot "EDEN" geschippert, wo die Crew, bestehend aus drei Männern, uns bereits erwartete. Das Hausboot - ein Traum. Zwei Kabinen mit separatem Bad-Dusche-WC (europäischer Standard) und ein Deck, auf dem man erholen und entspannen konnte. Am hinteren Teil befand sich die Küche für den Chefkoch. Die Crew war von Anfang an sehr hilfsbereit. Wir bezogen unsere zwei Zimmer und verabschiedeten uns von Matthew, der uns am nächsten Tag wieder abholen wollte. Dann hieß es erst mal relaxen auf dem Deck, während uns Josef in Richtung des Bootrennens fuhr und Shamal das Essen bereitete. Das "Bootrace" ist ein jährliches Highlight, wo ca. 65 Teams aus ganz Indien und auch aus dem Ausland mit ihrem Kanu eine Wegstrecke von 1350 m zurücklegen müssen. Dabei sitzen zwischen 40 bis 105 Inder paarweise hintereinander in einem Kanu und müssen im Takt mit anderen Booten um die Wette paddeln. Die ganzen Bewohner der Backwaters sowie eine unzählige Menge an Besuchern aus dem Umland sowie Ausland waren dort versammelt einschließlich Funk und Fernsehen. Auf dem Boot kamen wir uns am Anfang ein wenig wie Kolonialherren vor, die durch die Backwaters von ihren Angestellten geschippert und beköstigt wurden und die links und rechts beobachten konnten, wie die Inderinnen ihre Wäsche wuschen, die Inder miteinander diskutierten oder der Körperhygiene nachkamen bzw. konnten wir ihre Häuser von außen sehen. Die Wohnungen sind so groß wie die Lauben in Gärten, also nicht sehr geräumig und recht klein gehalten. War schon ein komisches Gefühl. In der Zwischenzeit wurde für uns ein ausgiebiges Mahl, bestehend aus gebratenem Fisch aus dem Fluss, Bohnen, Beilage mit Ginger, aufgeschnittene Tomaten und Reis vorbereitet, was sich beim Essen als sehr bekömmlich und schmackhaft erwies, aber auch eine gewisse Schärfe besaß. Nach dem Mittag gegen 13:00 Uhr ankerten wir in der Nähe der Ziellinie, nachdem wir einige Teilnehmer des "Bootrace" während unserer Fahrt an den Ufern beobachten konnten, wie sie in Richtung "Start" paddelten. Am Zieleinlauf kochte die Stimmung bereits. Eine Lautstärke an Menschengeschrei und Musik war zu vernehmen und aus dem Radio der Bootscrew plärrte der Radiomoderator auf Hindi bei 140 db 200 Wörter pro Minute. An der Ziellinie konnte man den Kameraschwenkarm erkennen, der genau verfolgte, welche der vier Mannschaften als erste mit ihrem Boot das Ziel durchfuhr. Vor allem für unsere Crew war das Bootrennen sehr spannend, da die Verwandtschaft mit an Bord eines Kanus fleißig am Paddeln und Gewinnen war. Wir mussten miterleben, wie zwei Boote mit 105 Mann an Bord abgluckerten. Fragt sich nur, wie die herausfinden wollen, wer von den vielen Insassen einen falschen Paddelschlag gemacht hat. Nach dem Bootrace ging es mit einem Hup-Konzert, was uns bis tief in die Nacht begleitete, wieder auf "hohe" See. Aber hupen tut in Indien eh jeder gern, laut und viel, da gewöhnt man sich dran. Nach einem leckeren Abendmahl (Chicken, Reis, Bohnen, Naan, Ananas) wollten wie die Besatzung zu einem Bier einladen, aber die Crew durfte nicht, da sie ja arbeiteten. Als Jörg in der Bordküche die Crew einladen war, da haben die doch tatsächlich schnell die Flasche hochprozentigen verschwinden lassen. Aber der "alte Fuchs" hat das natürlich sofort gerochen und den Jungs die Flasche "XXL-Rum" aus dem Kreuz geleiert. Aber die war schon leer - Schade. Dafür hatte der Rum die Zunge des Kapitäns gelockert und so setzten sie sich doch noch zu uns und wir haben sie über Gott und die Welt zu und über Indien ausgefragt. Ein schöner Abend mit netten Leuten. Da es hier schon um 19 Uhr dunkel wurde, sind wir dann auch gegen 22 Uhr in die Kojen gefallen. Die Crew schlief auf dem Deck verteilt - einer in der Kombüse, der andere auf dem Gang und der Dritte auf dem Deck in der Nähe des Steuers. Aber die Nacht war kurz, denn früh halb sechs wollte unbedingt der Moscheevorsteher allen Leuten in den Backwaters sein Dasein bekunden und so wurde lautstark der Tag begrüßt und alle waren wach. "Der frühe Vogel fängt den Wurm!" Nach einem ausgiebigen Frühstück schipperten wir durch die Backwaters in Richtung Ausgangspunkt, wo Matthew uns erwartete, um uns zur Busstation zu bringen. Während der letzten Seemeilen sammelten wir noch einige Eindrücke und unsere Jungs konnten sich während dessen als Steuermann probieren. Unter anderem fuhren wir an einem kleinen Haus eines Crew-Mitgliedes vorbei, wobei bemerkt werden muss, dass seit 14 Tagen in den Backwaters Hochwasser herrscht. Scheint aber keinen so direkt zu stören, dass viele hier ziemlich abgeschnitten leben und mehr oder weniger nur noch per Radio erfahren, was draußen in der weiten großen Welt passiert. Nach einem langsam verhallenden Urschrei von Andrea, der in sämtliche Winkel der Backwaters gelangte und für die jungen indischen Schulmädels die Erheiterung des Tages gewesen sein muss, die sich sehr an unserer Art und Weise, ein schmales Kanu mit Rucksäcken auf den Rücken zu besteigen und dabei fast zu kentern drohten, amüsierten (Schlagzeile: "Touristen in den Backwaters bei Kanubesteigung ertrunken") und einer herzhaften Verabschiedungszeremonie von unserer Crew, ging es wieder in Richtung City - Busstation, wo wir uns auch von Matthew verabschiedeten und uns für alles bei ihm bedankten. An der Busstation hatten wir dann die Wahl zwischen dem schnellen und dem langsameren Bus nach Kottayam. Aber Zeit ist ja bekanntlich Geld und glücklicher Weise waren auf der Rück-sitzbank noch vier Plätze für uns im schnellen Bus frei. Also, nix wie rein. Nachteil war nur, dass ich während der Fahrt den Kopf einer schlafenden älteren Inderin abfangen musste, der aufgrund der Holperpiste des Öfteren aus seiner sicher liegenden Position verrutschte und irgendwo anzu-schlagen drohte. Aber die Inderin juckte das nicht. Na ja, für 2 € war das alles schon erträglich, auch die Straße, von der auf Grund des vielen Schlamms nicht wirklich viel zu sehen war bzw. wir mehrfach aus den Sitzen gehoben wurden und unsere Steißbeine einiges abhalten mussten.

12./13.08.2007 - Zwischenstopp in Kottayam

In Kottayam, welches zwischen Allepey und den Western Ghats liegt und in welchem ein hohes Bildungsniveau herrscht und auch als das Zentrum der Gummiverarbeitung gilt, angekommen, be-gaben wir uns erst einmal auf Hotelsuche. Aber nicht, wo überall Hotel dran steht, ist auch Hotel drin, denn Hotel bedeutet auch Restaurant. So waren wir mit unserem Gepäck länger als sonst unterwegs, da wir uns das Geld für eine Rikscha wieder einmal sparen wollten. Auch hier halfen uns unsere drei literarischen Reiseführer sehr. Wir konnten nach einigen gestischen Schwierigkeiten, denn Kopfschütteln in Form einer kreisenden Acht heißt nicht gleich nein, unsere Zimmer beziehen. Ja, wir Europäer taten uns anfangs etwas schwer, diese etwas doch belustigende Gestik, in die man auch Wörter wie "Nein", "Na ja, vielleicht", "Mal sehen", "vielleicht", "womöglich" ... oder so, reininterpretieren hätte können, zu verstehen. Aber nachdem das Kopfschütteln dann beim fünften Nachfragen sehr aktiv uns vorgeführt wurde und ein "Yes" über die Lippen der Inder kaum vernehmbar huschte, hatten auch wir ihre Antwort verstanden. Nach einer kurzen Erholungspause ging es ins Zentrum zum Essen und zur Besichtigung der Stadt und des Thirunakkara-Shiva-Tempels. Leider konnten wir nur einen kurzen und kleinen Blick in den Tempel werfen, da er für uns geschlossen war. Nichts desto Trotz erhaschten wir durch einen kleinen Spalt einer Tür einen kleinen Einblick in die Tempelanlage und erspähten einen großen lebendigen Elefanten, der sich im Inneren befand. Auf dem Weg in Richtung Stadtzentrum waren wir auch schon inmitten einer großen Demonstration. Wir hatten keine Ahnung, für was die vielen Inder und Inderinnen da demonstrierten. Aber die Straßen waren jedenfalls gerammelte voll. Polizisten standen an jeder Ecke mit ihren Bambusstöcken und beobachteten das bunte Treiben auf den Straßen und Fußgängerwegen. Der Verkehr stand in allen Gassen unendlich weit still. Wir kämpften uns durch die Menschenmassen, auf der Suche nach einem Internetcafe, das auch geöffnet hatte. Schwierige Aufgabe, wie sich herausgestellt hatte, aber am Ende für uns doch erfolgsversprechend. Nach einem etwas gewöhnungsbedürftigen Abendmahl, es gab Masal Dosa, was bis dahin noch bekömmlich war, weil wir Hunger hatten, ging es zurück an die Hotel Bar, wo wir spicy Kekse aßen, die Jungs ein Bier in sich rein zischten und wir uns kurz mit einem lustigen Inder unterhielten, der schon paar Schnäpse oder/und Bier über den Durst getrunken hatte. Nach einer kurzen Nachtruhe und dem Empfang von drei Broten, die sich aber nur als paar Brotscheiben herausstellten, ging es per Rikscha zum Busbahnhof, um von Kottayam nach Kumily mit dem Bus zu gelangen. Kumily sollte nur ein kleiner Zwischenstopp auf unserer Weiterreise nach Madurai sein, da es dort einen Naturpark gibt, den wir besichtigen wollten und wir keine Lust auf 7 Stunden indische Busfahrt hatten, die mit unfreiwilligem Aufstehen aufgrund der unzähligen Schlaglöcher bzw. "Geschwindigkeitsbremshuckel", Enge und Hitze verbunden gewesen wäre.

13.08.2007 - Kumily

Nach einer wieder extrem holprigen rasanten Fahrt weiter in Richtung Norden erreichten wir das beschauliche Bergdörfchen Kumily, was von Bergen, Regenwald, Wasserfällen und dem Periyar Wildschutzgebiet (Nationalpark) umzäunt ist. Am Busbahnhof wurden wir sofort bezüglich einer Unterkunft ange-sprochen. Somit fuhren wir mit zwei Rikschas in ein vom "Lonely Planet" empfohlenes Hostel. Dort wurden uns gleich Elefantensafari und Regenwaldbesuch empfohlen. Nachdem wir mitteilten, dass wir nur eine Nacht bleiben wollten, wurde alles zeitlich von den Gastgebern organisiert. Nach dem Essen in der Nähe vom Busbahnhof fuhr ein Rikschafahrer uns fünf und unseren Guide zur Elefantensafari. Dort haben wir erstmal ein Elefantenbaby bestaunt und auch mal angefasst. (Anmerkung von Andrea: "... Jungs, ich sage euch, unrasierte Frauenhaut ist ein Pfirsichapfel dagegen ... .") Als Dirk dem 10 Monate alten Elefantenbaby was zu Essen geben wollte, verlangte es sofort Nachschlag oder wollte es mit Dirk spielen? Jedenfalls kletterte Jumbo mit seinen Fußspitzen den Holzzaun empor und wollte Dirk gleich mit seinem Rüssel umarmen. War ihm dann doch etwas ungeheuerlich. Dann ging es ab zu viert auf 2,50 m Höhe durch den Busch auf matschigen Weg. Der Fantele fing dabei ganz schön an zu zittern und sträubte sich etwas, den Weg weiter zu gehen. Dem war der Weg sicher zu matschig. Und die Jungs jammerten, dass ihnen die Oberschenkel schmerzten. Tja, keine ausreichende Muskeldehnung vorhanden!!! Elefantenrücken ist nun mal bissel breiter als ein Pferdchen. Nichts desto Trotz war es ein Erlebnis, dass in ewiger Erinnerung bleiben wird. Anschließend ging es weiter in Richtung des Nationalparks. Unser Guide, ein junger Ein-heimischer vor Kraft strotzender Kerl, organisierte noch etwas Blutegelpulver, welches zum Schutz vor Blutegelattacken auf unsere Socken verteilt wurde und anschließend ging es zügigen Schrittes im halben Dauerlauf los. Na ja, wir hatten uns ja sonst in den letzten Tagen kaum sportlich betätigt, was die Ausdauer betrifft. Das bekamen wir auch alle vier zu spüren. Wir trieften nur vor lauter Schweiß bei einer Luftfeuchtigkeit von mind. 98 % und purem Sonnenschein, wobei beim Guide keine einzige Schweißperle auf der Stirn bzw. Axelschweiß am T-Shirt sich abzeichnete - nix. Aber die Natur entschädigte unsere Anstrengungen mit einer fantastischen Landschaft und den Sichtkontakt zu einigen Tieren, wie z. B. ein Rieseneichhörnchen, braune, schwarze und weiße Affen in freier Wildbahn und einem Hirsch, der vor uns durch das Gebüsch lief und massenhaften Blutegeln (da Regenzeit). Von den Blutegeln hatten es sich einige bereits auf unseren Schuhen gemütlich gemacht, konnten aber aufgrund des Blutegelpulvers nicht weiter nach oben gelangen. Nach dem wir die Aussicht und die Ruhe in uns ge-schlungen hatten, bekamen wir auf dem Rückweg noch ein paar interessante und lehrreiche Tipps in Pflanzen-kunde. Unser Guide führte uns an einem einheimischen Volleyballplatz vorbei, auf dem die Dorfjugend bereits sich warm gespielt hatte. Da vor allem Jörg, als alter er-fahrener Volleyballhase, seinen juckenden nicht wider-stehen konnte, stiegen wir gleich mit in das Spiel ein. Andrea hat gleich die Aufgaben eines Schiedsrichters übernommen und Jörg, der der Größte von allen war, hat mit seiner Mannschaft mit 2 zu 1 Sätzen klar gegen die kleinen Inder in meinem Team gewonnen. Aber der Spaß an der Freude war es uns wert, da mitgespielt zu haben. Im Anschluss ging es dann durch den Slum des Ortes zum Hotel zurück und in Richtung Busbahnhof, um vor dem Schlafengehen noch mal richtig indisch zu speisen. Bis jetzt hatten wir schon zwei bis drei Speisen eruieren können, die für unsere Geschmacksnerven und Mägen relativ gut verträglich und als sehr lecker zu bezeichnen sind - Masal Dosa zählt definitiv nicht dazu. Bereits beim Denken an dieses Essen drehte sich uns der Magen um.

14.08.2007 - Madurai und ein Horrortrip

Nach einem kleinen kurzen Frühstück rüsteten wir uns für die Wanderung zum Busbahnhof, um von Kumily, welches gleich an der Grenze des Bundeslandes Keala zu Tamil Nadu liegt, nach Madurai, die heimliche Hauptstadt Südindiens, per Bus zu fahren. Die Überquerung der Bundeslandgrenze, die mit der Überwindung einer Grenzschranke verbunden war, verlief ohne Kontrolle und war somit kein Problem gewesen. Danach erkundigten wir uns, wo und wann der Bus abfahren würde. Bis zur Abfahrt hatten wir noch reichlich Zeit, die aber auf Grund der vielen in verschiedenfarbigen Schuluniformen gekleideten Kinder, die uns umringt hatten, nach unseren Namen bzw. Stiften fragten und sich mit uns fotografieren ließen, sehr schnell verging. Nach 4 Stunden Busfahrt, während der das Wetter von feucht angenehm warm in heiß und trocken wechselte, gelangten wir in die Millionenstadt Madurai. Zu Beginn ging auch schon das Verhandeln mit den Rikschafahrern los, die uns in das Hotel Aarathy (Empfehlung des Lonely Planet) bringen sollten. Aber Jörg, der wieder einmal souverän seine Verhandlungsfähigkeit geschickt an den Tag legte, hatte das alles prima im Griff. Nach der lauten und hektischen Fahrt, dem Bezug der Zimmer (indisches WC und nicht gerade sehr reinlich) bestaunten wir zuerst die Aussicht von den Balkons - fantastisch. Ein besseres Hotel hätten wir diesbezüglich nicht bekommen können. Ein schöner Ausblick in ruhiger Lage, in einer hektischen, hupenden Stadt, die niemals zur Ruhe kommen zu scheint. Gegenüber dem Hotel ist gleich der wunder-schöne farbenfrohe Kudalagar-Tempel und in nicht all zu weiter Entfernung im Zentrum der Stadt befindet sich der Sri-Meenakshi-Tempel, der mit seinen Gopurams herausragt. Obwohl wir mehrere Tage in dieser Stadt verbringen wollten, waren wir noch am selben Tag auf dem Bahnhof, um unsere Weiterreise zu organisieren. Es ist nicht gerade einfach, sich schnell mal ein Ticket für eine Reise zu beschaffen, vor allem, wenn es um eine Nachtfahrt geht. Jedenfalls war der Bahnhof schnell gefunden, der Frauenschalter, an dem im Gegensatz zum Herrenschalter nie-mand anstand, auch. Aber die Schwierigkeiten ließen nicht lange auf sich warten. Wir sollten zum Buchungsbüro, außerhalb des Bahnhofes. Dort mussten zwei Zettel (in Indisch oder Englisch für Fortgeschrittene) ausgefüllt werden, was mit vereinten Kräften gut funktionierte. Am Schalter, wir waren nach einiger Zeit endlich dran, sagte der gute Mann in kaum verständlichem Englisch etwas vom "Supervisor". Also, wir gingen zu der guten Frau - "Supervisor" (Leiterin), die auch im PC nachgeschaut hatte und uns mitteilte, dass wir zurück zum Schalter müssen, um dort Blankotickets zu kaufen. Gesagt, getan. Am Schalter haben wir Blankotickets zum Sitzen erworben, anschließend ging es zurück zur netten Leiterin, die uns Tickets für Schlafplätze organisieren wollte. Wir sollten uns dann am Donnerstag um 16 Uhr melden, um zu erfahren, wie viel Sitzplatzkarten wir in Liegeplätze im Sleeperwagon zugeteilt bekommen würden. Anschließend machten wir noch einen kleinen Stadtbummel, um die ersten Eindrücke dieser lauten und schmutzigen Stadt zu sammeln und mit bisherigen Erlebnissen zu vergleichen. In dieser sehr lebhaften Stadt, die die älteste Südindiens ist, trifft man viele Pilger, Touristen, Bettler, sehr viele Geschäftsleute, Rikschafahrer und auch mehrere Ochsengespanne. Das bunte Treiben verstreut eine gewisse Hektik, die einerseits sehr anstrengend ist, aber andererseits zu dieser Stadt gehört. Wie auch in den anderen Ortschaften wird die Geschwindigkeitsbegrenzung, was den Straßenverkehr betrifft, kaum eingehalten. Allgemein gesehen herrscht hier Linksverkehr - eigentlich! Wenn es mal schnell gehen soll, wird gefahren, wo Platz ist. Ein Wunder, dass hier kaum Unfälle passieren. Wir haben zumindest noch keinen gesehen und erlebt. Aber irgendwie funktioniert es. Gehupt wird auch sehr viel, zu Land und auch als wir mit dem Boot in den Backwaters auf "hoher" See unterwegs waren. Aber in Madurai war es extrem, das Hupen begleitete einen in den Schlaf bzw. wurden wir davon geweckt. Die Müllproblematik ist allgemein in Indien ein großes Problem, auch hier in Madurai. Was weggeschmissen wird, landet auf der Straße und bleibt so lange liegen, bis es jemand wegräumt. Fragt sich nur wann, wer und wie viel derjenige von dem Müll der Straße entfernt. Demzufolge riecht es manchen Orts ziemlich streng. Nachdem wir das im Lonely Planet erwähnte "Anna Meenakshi"-Restaurant aufgesucht hatten, ließen wir es uns dort sehr gut gehen. Die Bedienung und das Essen waren hervorragend. Negativ an dem Restaurant ist nur die Reinlichkeit der Toiletten gewesen, den Gang zur Toilette mussten Andrea und ich spontan abbrechen und uns ersparen, da wir keine Gasmasken mit hatten - also, Blase vorher noch mal richtig woanders entleeren!!! Anschließend begaben wir uns ins Hotel zur Nachtruhe zurück, um für die weiteren kulturellen Tage, die wir in Madurai verbringen wollten, topfit zu sein. Am nächsten Morgen, am 15.08.2007, dem Nationalfeiertag Indiens, wurden wir gegen 06:30 Uhr durch feines helles Glockengeläut vor dem Hotel geweckt, bis auf die Schlafmütze Dirk. Neugierig wie man ist, geht man auch nachschauen, um nichts zu verpassen und siehe da, am Hoteleingang stand ein riesengroßer Elefant, dessen Betreuer wie jeden Morgen um die gleiche Zeit seinen Kaffee trinken kam. Nach dem Erlebnis war natürlich an Schlaf nicht mehr zu denken, deswegen zog es die Nichtschlafmützen gleich auf die Dachterrasse, um den spektakulären Sonnenauf-gang über Madurai zu beobachten - einfach himmlisch. Nach erfolgter Stärkung zogen wir alle gemeinsam in Richtung Altstadt, um die verschiedenen Märkte zu besuchen. Vor allem der vegetarische Markt, bei dem die Gänge sehr eng gehalten waren, strotzte nur so von farbenfrohen, uns teilweise unbekannten Früchten und Gewürzen, die in dem bunten Treiben von einer Hand in die andere wanderten. Anschließend begaben wir uns auf Souvenir- und Ansichtskartensuche. Es war bisher extrem schwierig, ein paar Ansichtskarten zu finden, da die Inder im Süden so was wahrscheinlich nicht mehr kennen. Aber glücklicher Weise hatte uns dann so ein Inder, der uns eigentlich schon tierisch auf die Nerven gegangen war, zu einem Geschäft mit Ansichtskarten gebracht, wo wir dann auch alle gleich zugeschlagen haben. Als Dank und aufgrund Jörgs großen Interesses an Souvenirs durften wir auf das Dach des Geschäftes, wo wir vis-à-vis dem Sri-Meenakshi-Tempel standen und gleich einen Überblick über die Tempelanlage erlangten. Nach einem kleinen Mittagsschmaus in unserem "altbekannten" Restaurant, wo wir noch mehrfach Gäste sein durften, zogen wir uns während der extremen Mittagshitze ins Hotel zurück. Dort lagen die Temperaturen im Schatten bei sage und schreibe kühlen 32 °C - Erfrischung pur? Am Nachmittag wollten wir im erholten Zustand den Sri-Meenakshi-Tempel, der einer der größten noch erhaltenen Tempelanlagen im Süden von Indien ist, besichtigen. Pünktlich, kurz vor 16:00 Uhr, standen wir mit unzähligen Gläubigen, Indern, Pilgern und anderen Touris vor dem Tempel und warteten auf die Öffnung der großen Tempeltore. Andrea musste sich noch ein Laken um die Beine wickeln, denn selbst bei ¾langen Hosen wurde uns der Einlass verwehrt. Aufgrund dessen, dass wir unsere Schuhe draußen an einer Ecke abgeben mussten und die Steine von der Sonne so heiß waren, dass man kaum 10 Sek. ruhig stehen bleiben konnte, sprangen wir mit unseren nackten Füßen von einem Fuß auf den anderen. Als die großen Tore des Tempels geöffnet wurden, drangen zig tausende Leute hinein und wir mit ihnen. Es galt die Devise, voll, voller, voller Menschen. Aber die Tempelanlage war mit ihren farbigen bunt verzierten Deckenverzierungen, dem Tempelteich und den Schreinen, den 12 farbenfrohen Gopurams (pyramidenförmige Eingangstürme drawidischer Tempel) interessant anzusehen und der Fotoapparat hat geglüht, nachdem wir noch eine gewisse Fotogebühr ent-richtet hatten. Tja, auch in Indien ist nichts umsonst. Mit unseren literarischen Reiseführern durchquerten wir den Tempel und waren eigentlich irritiert, dass es im Inneren des Tempels sehr kommerziell zugeht. An fast jeder Tempelecke ist ein Souvenirshop zu sichten, wo man angefangen von Ansichtskarten bis hin zu heiligen Figuren vieles erwerben kann. Die Tour durch den Tempel war extrem anstrengend, so dass wir es vielen Besuchern gleich machten und uns zum Ende der Besichtigungstour in eine Ecke setzten, um uns von den Strapazen zu erholen, bevor es weiter ging. Jörg hatte sich, weil es in der Stadt so heiß und sonnig war, noch eine Mütze gekauft. Seine eigene hatte er vorher samt inklusive Reiseführer irgendwo verloren. Das war ein Erlebnis für die ca. 25 Angestellten pro Etage in dem Kaufhaus. Er wurde gleich von 5 Frauen bedient und hat dann doch glatte 1 Euro für die Mütze bezahlt. Aber die Leute waren glücklich und ein Foto war auch noch schnell gemacht. Nach diesem erlebnisreichen Tag verbrachten wir den Abend erholsamer Weise auf der Dachterrasse bzw. auf unseren Balkons und lauschten dem Stadtlärm, der uns irgendwann einschlafen ließ. Der 16.08.2007 war der Tag der Abfahrt. Den Vormittag verbrachten wir im Gandhi Museum mit einer Masse indischer Schülerinnen. Anschließend verabschiedeten wir uns von der Bedienung des Anna Meenakshi Restaurant, welches wir mit gutem Gewissen weiterempfehlen (bis auf die Toiletten ebn). Gegen 14 Uhr checkten wir aus dem Hotel aus dem Hotel aus und begaben uns mit unserem Gepäck in Richtung Bahnhof, wo wir bis zum Abend auf die Ankunft des Zuges verharren mussten und von unserem noch nichts ahnenden Horrortrip, der von ca. 20:00 Uhr bis 06:40 Uhr dauern sollte, noch weit entfernt waren. Hier ein Auszug aus Andreas Originalreisemail zum Thema Bahnhof & Käfighaltung - in Indien Zug fahren genannt: Wir warteten also auf dem Bahnhof von Madurai ca. 4 Stunden auf den Zug in einer Wartehalle, die ihren Namen nicht verdient hat, weil es für alle Reisenden ca. 25 Sitzplätze gab, aber was soll's da setzt man sich eben auf den Boden. Der wurde ca. alle 5 Minuten gefegt und das hat das ganze auch nicht gerade zur Erholung werden lassen. Wir hatten ja nur "Sitzplaetze" erwerben koennen und die nette Frau von der Touristenhilfe wollte uns noch Schlafplaetze versorgen. Sie hat es auch geschafft. Das Problem war aber, dass es nur 3 Plaetze fuer 4 Leute waren. Und nun. Guter Dinge sind wir dann halb acht abends zum Bahnsteig. Und dort war alles voll. Das glaubt keiner, wer und was dort alles in den Zug wollte. Als der Zug einfuhr, setzte eine regelrechte Massenbewegung ein und alle wollten an den Einstiegen stehen. Da wir unser Abteil wussten, das stand auch draußen daran, haben wir uns aufgeteilt, und da wir alle vier ja groesser (!!!) als die meisten Inder sind, haben wir gleich an beiden Eingaengen einen reinbekommen und sind zum Platz gerannt, so weit das ging. Tja und was erwartet uns dort. Ein Abteil, wie man es aus Deutschland kennt, war nicht zu sehen. Eine Sitzbank und eine Gepaeckablage und alles auf beiden Seiten. Aber keine Tuer davor, sondern dort wo gewoehnlicher Weise die Tuer ist, war auch noch eine Sitz/Schlafbank mit einer gleichen oben drueber. Der Zug rollte an, wir auf den Plaetzen gesessen, die ersten Gespraeche mit unseren 3 "Abteilteilern" gefuehrt und als es dann dunkel wurde, wurde die Ruecklehne zur mittleren Schlafgelegenheit hochgeklappt und die Gepaeck-ablage war gar keine, das war die obere Schlafliege. Da wir nur 3 Plaetze hatten, haben Joerg und ich uns dafuer entschieden, dass wir uns eine teilen. Tja, aber was teilen bei 60 cm???? Der Hoellentrip begann. Inder, die in ihren Kojen schnarchten, ruelpsten, spuckten (aus den offenen Fenstern) das mitgebrachte Essen verteilten und dann ging auch noch das Licht aus. Ab da besuchten uns in regelkmaessigen Abstaenden die Maeuse, die auf dem Boden hin und her liefen und an Schlaf war da nicht zu denken auf der schmalen Liege. Ich hatte dann nach ca. 5 Stunden echt die Nase voll und wollte einfach nur noch nach Hause. Aber ging ja nicht. Das war der tiefste Punkt in dem Urlaub bisher. Joerg hat mich dann wieder ein wenig aufgebaut und ich bin auf seinen Beinen eingeschlafen, aber auch nur fuer eine Stunde. Dann war's vorbei mit Schlafen. Habe Joerg dann den Platz gegeben und auf das Ende der Hoelle gewartet. Eigentlich wollten wir ja den Weiterzug von Bangalore nach Hampi nehmen, aber das haben wir gemeinschaftlich abgelehnt. Scheiss auf das Geld fuer das bezahlte Ticket. Die Morgentoilette im Zug war auch eher gewoehnungsbeduerftig. Alle an einem Waschbecken auf dem Gang zwischendurch mal ein Inder, der dir sein Zahnputzwasser ueber die Schulter ins Becken spuckt und wie Toiletten aussehen, die 12 Stunden lang von ca. 40 Mann aus einem Abteil benutzt werden, dazu muss ich nichts mehr sagen. Ein Horrortrip, den ich und alle anderen nie wieder erleben wollen, das hat mit menschenwuerdigem Transport nichts mehr zu tun. Wir haben uns alle an das Foto von Auschwitz dort erinnert, wo auf 3 Etagen etwa 25 Leute in 3 Betten lagen. Aber dann war's nach 12 Stunden auch vorbei.

17.08. - 20.08.2007 - Hampi

Nach dem Horrortrip mit dem Nachtzug von Madurai nach Bangalore, schlossen sich gleich 6 h Taxifahrt in einem Jeep in Richtung Hampi nach einer großen Verhandlungsaktion an. Zwar war das bei den Straßenverhältnissen aufgrund der vielen Schlaglöcher, der Viehtriebe und der nicht vertrauenswürdig ausschauenden überladenen LKWs auf den Straßen auch nicht gerade be-rauschend, aber besser als Viehtransport. Insgesamt hatten wir in den letzten 24 h ca. etwas über 1000 km zurückgelegt. Die nächsten drei Tage wollten wir uns in Hampi, Urlaubsentspannungsort, ohne Lärm und Gehupe, aber dafür vielen Touristen, die, wie Andrea meinte: " ... die Preise versauen ..." aufhalten. Hampi ist ein Dorf, was von faszinierenden 500 Jahre alten Ruinen, Felsblöcken und mehreren Tempelanlagen von Vijayanagar umgeben ist. Im 14. Jh. wurde die Stadt Vijayanagar zur Hauptstadt eines der größten Hindureiche in der Geschichte, indem der regionale Gewürzhandel und die Baumwollindustrie kontrolliert wurden. Gemäß "Lonely Planet" haben wir im "Rama Guest House" eingecheckt und zwei annehmbare Zimmer für die nächsten Tage in Anspruch genommen. Anschließend ging es nach einer kurzen Verschnaufpause und Stärkung auf die Polizeistation im Virupaksha-Tempel zur Registrierung unserer Daten, einschließlich Fotoapparatkennzeichnung sowie einer klassisch spontanen Buchung zweier Aus-flüge mit Guide. Gleich für den nächsten Tag haben wir einen Fahrradtrip mit Besichtigung der ver-schiedensten Tempelanlagen gebucht. Gut, die Fahrräder waren jetzt nicht im allgemeinen fahrradgroßtourtauglichen Zustand, aber wir wollten ja keine Weltreise damit machen, sondern nur paar Kilometer mit den Bikes in der Gegend rumkurven. Das Wetter hat mitgespielt und uns wurde innerhalb der ca. 4 Stunden durch unseren Guide viel gezeigt, wie z. B. der Underground Shiva Tempel, Krishna Tempel und Krishna Bazar, Ranga Tempel, Elephant's Stable, Hazararama Tempel, um nur einige zu nennen und über viele historische Ereignisse berichtet, was aber eine Fülle an Informationen waren, die wir uns nicht alle im Detail merken konnten. Für den Morgen des 19.08.2007 hatten wir eine Sonnenaufgangstour mit unserem Guide geplant. Alle wollten mit, bis auf unseren Langschläfer Dirk, dem war es zu zeitig um 6 Uhr in der Früh auf einen Berg zu kraxeln, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Aber wir restlichen drei sind los wie die Helden und konnten die Inder noch vor ihrem Aufstehen auf dem Boden in Decken eingehüllt vor ihren Häusern schlafend vorfinden. Erstes Ziel war der Mathanga Hill, was die höchste Erhebung innerhalb Vijayanagars ist. Dieser ist über mehrere Treppen zu erklimmen. Das war eine sportliche Herausforderung am frühen Morgen, ohne vorheriges Frühstück, aber die Aussicht war dafür genial. Unser Reiseführer hat sich auch Mühe gegeben, für alle in einfachem Englisch alles zu erklären. Weiter ging es dann hinunter zum Achyutaraya Tempel, entlang der Courtesan's Street zum Vithala-Tempel und schließlich vorbei an einer Gruppe von Pilgern und sich im Fluss waschenden Indern. Zurück auf dem Hampi Bazar gingen wir in unser mittlerweile bekanntes empfehlenswertes Restaurant "Bhavani Restaurant", von wo aus wir einen guten Blick auf den Hampi Bazar hatten und Dirk aufgabeln konnten, der sich im Laufe des Vormittags auch in Richtung des Mathanga Hill aufgemacht hatte. Nach dem Mittag ist Jörg noch mal los gezogen, um in Hampi seiner Lieblingsbeschäftigung nach zu gehen - Souvenirkauf. Das war natürlich ein tiefer Griff ins Porte-monnaie, so dass der Gang zur Bank notwenig wurde. Wobei sich die Organisation von Geld, welches man gewöhnlicher Weise aus einem Automaten bekommt bzw. von der Bank, als etwas kompliziert herausstellte. Eine VISA-Karte kann nur von 11-13 Uhr zur Bankaus-zahlung genutzt werden. Der Auszahlautomat ist ein ca. 60 jähriger Mann, der beim Zählen nach der 19 aufhört. Himmlisch, irgendwie haben es dann Jörg und Andrea jedenfalls geschafft, ihr Geld zu bekommen. Am Nachmittag zog es uns nach einem heftigen Regenschauer in das Restaurant "Mango Tree". 400 Meter Wegstrecke inklusive eines Trampelpfades durch die Bananenplantage mussten wir überwinden, bevor wir die von Touristen belagerte gastronomische Einrichtung, deren Name von dem Mangobaum, der sich im Lokal befindet und an dem eine Schaukel sich befindet, herrührt, erreicht hatten. Wir hatten uns alle nur einen Tee bestellt, der aber aufgrund des horrenden Preises (15 RS) sehr genossen werden musste. Insgesamt gesehen, waren die drei Tage in Hampi echt pure Entspannung, auch wenn wir Nerven lassen mussten, da das Internet hier den Standard einer 56 KB-Leitung hat und man 5 min. oder länger wartet, bis sich die Seite überhaupt aufgebaut hatte. Ansonsten sei noch vermerkt, dass die Internetkosten hier doppelt so hoch sind. Na ja, die ereignisreichen Tage in der Umgebung und die lustigen Vorstellungen der in der Freiheit lebenden Rhesusaffen, die in Hampi wie eine Plage sein können, haben aber ein wenig den hohen Preis entschädigt. Dann stand die Entscheidung, wie wir nach GOA kommen. Eine Zugfahrt wurde strikt abgelehnt. Wir hätten einen Deluxe-Bus über Nacht nehmen können, aber deluxe waren nur die Preise, da man auf den Straßen auch im Deluxe-Bus sicherlich keine Ruhe findet. Also wieder die preiswertere Sache ? "Local Bus".

20.08.2007 - Zwischenstopp in Hubli

Nach einem letzten Fußmarsch über den Hampi Bazar und einem letzten Frühstück im "Bahavani Hotel" fuhren wir ca. 4 ½ Stunden mit einem vollen Schulbus von Hampi nach Hospet, um von dort nach Hubli zu gelangen, wo wir eine Nacht als Zischenstopp einlegen wollten. Hubli, eine große Industriestadt ohne weitere Sehenswürdigkeiten, ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen dem Binnenland und der Küste. Allerdings frage ich mich, warum wir in Deutschland extra Plaketten einführen müssen, um die Feinstaubbelastung so gering wie möglich zu halten und hier man gerade noch so erahnen kann, dass auf der anderen Straßenseite, die durch Umrisse gerade so erkennbare Person, eine dunkle Hose anhaben könnte. In Hubli waren viele Hotels ausgebucht, so dass wir auf ein preisgünstiges 4-Mann-Zimmer im Hotel "Ashoka Towers" für 450 RS zurückgriffen. Das Zimmer war so eigentlich halbwegs akzeptabel, aber das Bad - Dusche und WC (indischer Standard ohne Spülung) getrennt - war nachträglich gesehen doch ganz schön abartig. Eine Erfrischung war bei dem enormen Wasserdruck nicht unmöglich, nur dauerte das Duschen etwas länger und ein Handtuch zum Abtrocknen war eigentlich nicht unbedingt von Nöten, da die besprenkelten Stellen eh gleich wieder getrocknet waren. Nach der erfolgreichen Zimmersuche und "kurzer" Erfrischung begaben wir uns in die verstaubte City - verstaubt im wahrsten Sinne des Wortes - um uns über die Weiterfahrt nach Goa zu orientieren bzw. um ein paar kleine lebensnotwendige Einkäufe zu absolvieren. Nachdem die Jungs ihr Flaschenbier freudestrahlend unter den argwöhnischen Blicken der indischen Einwohner und wir Mädels uns mit ausreichenden non-alkoholic Drinks eingedeckt und nebenbei noch ein lustiges Gespräch mit dem indischen Verkäufer geführt hatten, verspürte Jörg wieder einmal Appetit auf Backwarenerzeugnisse. Der Bäcker war auch schnell gefunden im Gegensatz zu einem Restaurant für uns hungrigen Leute. Nur hingen an uns zwei bettelnde Straßenjungs, die uns bei der Keksverkosten zusahen und Essen von uns erfolgreich erbettelten. Eigentlich waren von Jörgs Kuchen noch 2 Bissen übrig, die er spendabler Weise den Jungs zur Verfügung stellte. Freudestrahlend rannten diese mit den zwei Bissen Kuchen über die Straße zu ihrer Sippe und teilten sich die Krümel noch mit 10 anderen Indern. War herzzerreißend. Den Abend verbrachten wir in gemütlicher Runde im Restaurant "Hotel Shwati". Dort berichtete uns ein Kellner über seinen Bruder, der bereits in Deutschland mal war. Somit hatte wir zum Abendbrot eine angenehme Unterhaltung geführt. Die restlichen Stunden des Tages ließen wir auf der Dachterrasse ausklingen, bevor es nächsten Tag zum neuen Busbahnhof mittels Rikschas ging, um von dort aus mit dem Bus nach Goa zu fahren.

21. - 26.08.2007 Erholung und Genesung in Goa

Nach unserem Zwischenstopp in Hubli wollten wir uns ganz entspannt auf den Weg zum Erholungsort in "GOA" aufmachen und reisten mit dem alt vertrauten öffentlichen Bus an die Westküste. Die 5 Stunden Fahrt, das musste doch leicht zu schaffen sein, denn wir waren schon anderes gewohnt. Wir starteten gleich früh beizeiten, da dies keine Zeit für einen Inder ist und die meisten noch nicht auf den Beinen waren und somit die Chance auf einen Sitzplatz sehr gut aussah. Sitzplätze inklusive ausreichend Platz für unser Gepäck hatten wir. Für 140 Kilometer haben wir für alle zusammen etwa 6 Euro bezahlt und der Busfahrer teilte uns auch noch mit, dass er auch als Rucksacktourist reisen würde und das echt gut findet. Auf den ersten Kilometern genossen wir noch die Aussicht aus den Seitenfenstern des Busses trotz manch enormer Straßenunebenheiten, die uns zum Stehen brachten bzw. wir so in die Sitze reingedrückt wurden, dass der arme Steiß etwas in Mitleidenschaft geriet. Doch mitten in den Bergen wurden aus den Strassen Holperstrassen, dann bessere Feldwege und am Ende von Schlaglöchern und Schlammrutschen gesäumte Pisten, auf denen kein Deutscher freiwillig mit seinem Auto oder geschweige denn Fahrrad lang fahren würde. Aber der Inder ist ja viel gewöhnt, wir auch und so war das erst auszuhalten. Doch dann nach ca. 3 Stunden Fahrt stiegen so viele Inder in den Bus, dass alle Sitzplätze benötigt wurden und wir unser gesamtes Gepäck in die Gänge stellen und sich zwischen uns auch noch 2 Inder auf Anweisung des Kontrolleurs quetschen mussten. Das war dann die Hölle, denn der Abstand zwischen den Sitzen nach vorn war für den europäischen Oberschenkel nicht gemacht und so entschied sich Jörg, dann doch besser zwischen allen Indern zu stehen, weil er sonst seine Knie im Gesicht gehabt hätte. Und so ging es über Holperstraßen insgesamt 6 Stunden mit kurzer WC-Pause im Busch bis nach Goa. Zum Ende hin wurden die Straßen wieder besser, man merkte, dass man im alten Kolonialteil der Briten ankam. Sitzplätze waren dann auch wieder zu haben, aber Busfahren hat erst mal gereicht. Von der Fahrt habe ich selbst hingegen nicht all zu viel mitbekommen, denn ich hatte ganz andere Sorgen. Seit dem Aufenthalt in Hubli hatte ich extreme Schmerzen im rechten Ohr und es ging mir echt nicht gut. Aber Dank des allwissenden "Lonely Planet" wussten wir sofort, wo der nächste Arzt bzw. Krankenhausbesuch geplant werden konnte. In Goa gab es gleich ein großes Hospital und mit einem Taxi ging es vom Busbahnhof aus dorthin. Die Jungs warteten draußen vor der Klinik und spielten in aller Ruhe Schach und wir Frauen zogen los. Indische Krankenhäuser ... tja ... . Von außen her betrachtet war das Goa Medical College Hospital, welches sich 9 km südlich von Panaji, der Hauptstadt von Goa, befindet, ein extrem großes Terrain mit mehreren Gebäuden, die teilweise in einigen versteckten Winkeln "dezent marode" aussahen. In den Öffnungen, in denen normaler Weise Fenster enthalten sein sollten, waren nur Öffnungen zu sehen, aus denen vereinzelt irgendwelche Stofffetzen wehten, die als Gardinen dienten. Zuerst mussten wir uns in dem riesigen Komplex - die Einrichtung hatte den Stand weit von vor dem Jahre 1950 - orientieren und die Abteilung "Hals/Nase/Ohr" finden. Die war selbstverständlich in einem anderen Objekt im Keller. Riesige Gänge, gesäumt von mehreren, auf alten, verrosteten Pritschen liegenden kranken Personen, von denen sich vereinzelte die Seele aus dem Hals husteten, mussten wir durchqueren, bis wir die gesuchte Station gefunden hatten. Es waren viele Inder auf der Station und wir rechneten schon mit mehreren Stunden Aufenthalt dort, aber diese wollten alle um vier zu Besuchszeit, die erst in 45 min war. Die Krankenstation darf man nun natürlich sich nicht so vorstellen, dass es da irgendwelche Zimmer gibt - es ist alles ein Raum. Räumliche Trennungen zwischen mehreren Bettenreihen erfolgten nur durch hüfthohes Mauerwerk, ansonsten waren die Schwestern mit den Patienten in einem riesigen Raum untergebracht, so dass sie stetigen Überblick über ihre Patienten hatten. Bei den Schwestern haben wir uns erstmal eine Runde dumm gestellt, auf das Ohr gezeigt und eine Schwester zeigte uns das Behandlungszimmer. Aber zum Glück verstanden auch hier alle unser Englisch. Der indische Arzt, der mich behandelte, hatte anscheinend im Ausland studiert und konnte besseres Englisch, so dass ihm Andrea gleich zu verstehen gab, was mir fehlte. Aber ohne Bürokratie geht auch in Indien nichts, also zog Andrea los, ein Anmeldeformular zu besorgen. Also wieder durch die ganze Klinik und einen rosa Zettel plus 20 Rupien "Praxisgebühr" bezahlt und wieder ging es zurück zum Arzt. Der hatte in der Zwischenzeit mich im Behandlungszimmer mit Ausstattungs-standard von ca. 1930 mit erhofften sauberen und sterilen Geräten behandelt. Dann gab er Andrea einen Zettel, mit dem sie sich abermals auf den Weg, diesmal in Richtung Apotheke, begab. Also ist sie abermals los, um die Medikamente zu organisieren. Aber indische Apotheke ist wie alles in Indien, jeder will in der ersten Reihe stehen und wer seinen Zettel am schnellsten über den Holztresen den Apothekern in die Hand drückt, wird bedient. Andrea hat sich durchgekämpft und die Salbe bekommen. Dafür etwa 55 Cent bezahlt. Im Anschluss haben wir noch zwei Zettel als Rezept bekommen und für umgerechnet ca. 6 Euro für fünf Tage verschiedene zugeschnittene Batterien an Tabletten sowie Eardrops, durch Andreas Einsatz an der Apotheke sehr zügig erkämpft, so dass wir nach ca. einer Stunde wieder bei den Jungs waren, die sich bei einem genüsslichen Schachspiel vergnügten. Nun hatte auch ich endlich ein Andenken an Indien gefunden - der rosafarbene Krankenhauszettel - und brauchte mir auch keine Gedanken mehr zu machen, im Krankenhaus bleiben zu müssen, was ich eh strikt abgelehnt hätte. An dieser Stelle spreche ich allen Mitreisenden ein Dankeschön für Ihr Mitwirken und Verständnis aus, da wir ja doch irgendwo Zeitverlust hatten inklusive einer spontane organisatorische Änderung unserer geplanten Route vornehmen mussten und so nicht direkt in den Norden von Goa gelangt sind. Anschließend ging es nach harten Verhandlungs-kämpfen mit dem Taxi zur Colva-Bucht bei Benaulim im Süden von Goa. Nachdem wir uns drei verschiedene Unterkünfte angesehen hatten, haben wir uns für ein etwas teureres Hotel "Star Beach" entschieden. Die Männer hätten auch die preiswerteren Zimmer genommen, aber wir Mädels wollten mal ein schönes Zimmer mit Ausblick und sauberen Bettlaken. Dazu muss gesagt werden, dass Andrea und Jörgs Ausblick zur Dusche des Personals (Open Air) und gleichzeitig zur Holzhackstube fürs Hotel ging. Während unserer Suche nach einem passenden Hotel bzw. bei unserem ersten Abendmahl in Colva mussten wir feststellen, dass die Touristengegend doch schon sehr europäisiert ist. Junge Mädchen laufen hier schon mal in Jeans herum bzw. kann man hier auch ordentlich "Beef" bestellen, worauf wir aber verzichtet haben, denn schließlich wollten wir ja Indien richtig kennen lernen, was der ein oder andere aber auch mit Magen-Darm-Problemen zu spüren bekam. Andrea und Jörg wollten gleich am nächsten Tag zu dem im Reiseführer groß beschriebenen Flohmarkt in Anjuna, im Norden von Goa. Per Bus fuhren sie über 8 Haltestellen mit 3 Mal Umsteigen, vollen Schulbussen und übelstem Gedränge am Schnellbus über 2 Stunden in das 40 km entfernte Gebiet ohne Dirk und mich, denn wir legten einen Ausschlaf-, Erholungs- und Strandtag ein. Der Busfahrer hatte nur vergessen, dass beide in Anjuna, so hieß der Ort, aussteigen wollten und da mussten sie gleich mal 500 Meter von dem eigentlichen Ort entfernt aussteigen und Richtung Markt laufen. Aber vom Markt war nicht all zu viel zu sehen, denn in der Monsunzeit regnet es zu sehr, deshalb findet der Flohmarkt nicht statt, wie sie von einem Rikschafahrer erfuhren. Unsere Reisebibel "Lonely Planet" hatte davon nichts geschrieben, aber Hauptsache 2 Stunden Busfahrt! Dafür wollten sie dann Entschädigung am Traumstrand. Aber die Seifenblase zerplatzte relativ schnell und die Müllhalde mit ihren herumstreu-nenden bettelnden Hunden trat in Erscheinung. So entschlossen sich beide beizeiten zurück zu fahren. Aber was sahen ihre trüben Augen ... zwei rote Langusten, die aus der Zimmertuer schauten. Tja, die weiße Haut des Europäers verträgt die Sonne hier nicht so gut, trotz 30er Sonnencreme. So hatten wir, Dirk und ich, uns ordentlich den Latz verbrannt. Die Rettung war das "Panthenol-Spray" - hilft immer! Die nächsten Tage waren für alle mehr oder weniger Faulenzertage, an denen wir, belästigt durch mehrere Schmuckverkäuferinnen, am Strand spazieren gingen und uns auf erfolgreiche Muschelsuche begaben, Karten spielten, Jörg ging seiner Leidenschaft der Souvenirjägerei hinterher, Dirk sammelte Pigmente am Strand (auch bei schlechtem regnerischen Wetter) bzw. Andrea, Jörg und ich fuhren ein letztes Mal mit dem Bus nach Mangoa, um über den dortigen Markt zu schlendern und noch ein paar Eindrücke von dem bunten Treiben zu sammeln. Des Weiteren bot sich die Möglichkeit, im Indischen Ozean trotz hoher Wellen zu baden. Dies ließen sich einige von uns nicht zweimal sagen. Mit dem Baden, dass darf man sich allerdings nicht so vorstellen wie in Europa, dass da der Inder mit eleganten Badehosen bzw. Bikini ins Wasser eintaucht, nein, hier geht man mit Sachen rein, zumindest die Inder. Ansonsten testeten wir in Colva verschiedene gastronomische Einrichtungen. Wir haben aber meistens dann doch wieder auf "Mickey's" zurückgegriffen bzw. waren wir im "49er", da beide relativ preisgünstig für die Touristenhochburg sind bzw. dort das Essen auch gut geschmeckt hat. Auf die europäischen Fleischgerichte, die sonst nicht auf den Angebotstafeln in den von uns besuchten Restaurants versehen waren, haben wir trotzdem verzichtet. Allerdings schien Dirk das Essen nicht bekommen zu sein, da er trotz Fleischverzicht arge Magen-Darmprobleme am letzten Tag bekommen hatte. Es lag eventuell an den "half boiled eggs", die er zum Frühstück bestellt hatte und eigentlich essen wollte. Diese waren zwar warm, dafür aber auch roh und somit zum Essen für den verwöhnten Europäer ungeeignet. Aber wir hatten ja ausreichen vorgesorgt für derartige Probleme.

26.08.2007 - Mumbai ruft - Heimreise naht

Die letzten Tage wurden wir ausreichend von den Taxifahrern vor dem Hotel "Star Beach" bezüglich eines Taxis mit "Hello Sir, Hello Madame" angesprochen. Man hätte uns auch überall hinge-fahren und einen "special Preis only for" uns gemacht. Auf das Angebot hatten wir dann zurückgegriffen, da unser Flieger am 26.08.2007 gegen 06:00 Uhr in Richtung Bombay starten sollte. Bei strömenden Regen gegen 04:00 Uhr in der Früh wurden wir zum Flughafen gefahren, dessen Beleuchtung noch ausgeschalten war. Auf dem Flughafen gab es dann noch kleine Probleme, nur weil wir keine Handgepäckzettel von dem Flugunternehmen, mit dem wir flie-gen wollten, an unseren Rucksäcken hatten. Aber die waren dann auch schnell organisiert. Wegen unseren riesigen Wasserflaschen gab es absolut keine Probleme. Wir hätten wahr-scheinlich da auch 5 Liter mitnehmen können und keiner hätte was gesagt. Wie immer schnallten sich die Inder gleich nach der Landung ab und die ersten Handys klingelten schon, obwohl wir noch mit guter Geschwindigkeit am Rollen waren. Jörg organisierte für uns alle dann ein Taxi. Leider ging nicht unser gesamtes Gepäck in den Kofferraum hinein, so dass wir zwei Rucksäcke auf dem Dach deponieren mussten. Los ging es in Richtung Oliver Road. Die Hotelsuche war eine kleine Heraus-forderung, denn im Bentley's Hotel, wo wir eigentlich in-direkt zwei Zimmer gebucht hatten, wurde unsere Buchung nicht anerkannt, da wir keine Kreditkartennummer aus Sicherheitsgründen hinterlassen hatten. So suchten wir in dem Viertel ein anderes Hotel namens "Oliver" in der Walton Road auf, wo wir zwei Doppelzimmer nahmen, bei dem aber nur eins mit einem Bad (WC, Dusche) ausgestattet war. Das andere Zimmer war zwar von der Farbgebung heller und mit zwei 60 cm breiten Holzbänken, auf welchen ein Hauch von Matratze lag, versehen. Allerdings waren Dirk und ich auf das Gemeinschaftsbad angewiesen, was nicht wirklich sehr einladend aussah. Aber es sollte nur für eine Nacht sein. Ob der Zimmertausch nächsten Tag ein guter Zug war, sei immer noch dahin gestellt, jedenfalls hatten wir dann ein nach verrauchtes dunkles Zimmer bei dem auch kein Raumspray half, aber dafür mit Bad. Nach dem Bezug der Zimmer folgte im Anschluss eine Stadtbesichtigung. Unser Guide Jörg führte uns mittels "Lonely Planet" durch Teile der Innenstadt von Mumbai, vorbei am majestätischen Hotel, dem "Taj Mahal Palace & Tower", weiter zum Wahrzeichen von Mumbai, dem Triumphbogen "Gateway of India", ein beliebter Treffpunkt der einheimischen Bevölkerung. Weiter ging es entlang der Shivaji Marg, vorbei an der Shivaji-Statur, von der nicht all zu viel zu sehen war aufgrund von Bauarbeiten. Der beschriebene Weg des Lonely Planet führte uns entlang des Regal Circle (SP Mukherji Chowk) wo sich an der Ecke zu der Madame Cama Road die National Gallery of Modern Art befindet, dem Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya - Prince of Wales Museum, Elphinstone College, an dem die David Sassoon Bibliothek anschließt, weiter über die Mahatma Gandhi Road und Veer Nariman Road zur St. Thomas Cathedral und dem Horniman Circle, von dem wir in Richtung Colaba Causeway blickten, wo gerade Drehar-beiten stattfanden. Anschließend ging es dann Richtung Westen über den Oval Maidan, wo intensiv Kricket gespielt wurde, bis hin zum Marine Drive, wo wir uns von den Anstrengungen erholten. Am darauf folgenden Tag wollten wir großartig einen Museumstag einschieben, da das Wetter eh nicht besonders war. So zogen wir in unseren Regencapes los in Richtung Nationalgalerie. Dort erfuhren wir, dass sämtliche Museen montags geschlossen haben. Also, noch mal im Lonely Planet die Seiten gewälzt und auf gut Glück wanderten wir entlang des Marine Drive in Richtung des Gandhi-Museum auf der Laburnum Road. Aus unserem literarischen Reiseführern entnahmen wir, dass das Museum jeden Tag geöffnet hat. Nach dem noch ein netter hilfsbereiter Inder die letzten paar Meter uns begleitete, mussten wir feststellen, dass ausgerechnet am 27.08.2007 das Mani Bhavan wegen Pestkontrollarbeiten geschlossen war. Eine kleine Pause war dann notwenig. Etwas demotiviert ging es zurück zum Hotel, zur Mittagsruhe, um für die Beobachtung des Sonnenuntergangs am Marine Drive wieder gerüstet zu sein. Mit Plastiktüten ausgestattet, die mit Bierflaschen gefüllt waren, zogen Jörg und Dirk mit mir im Schlepptau nach einem kurzen Umweg über einen nahe gelegenen Markt, wo wir noch fix ein paar Lebensmittel erwarben, in Richtung Marine Drive, von wo wir Drei den mit Wolken behangenen Himmel anglotzten, ohne einen Sonnenuntergang richtig sehen zu können. Andrea hat sich in der Zwischenzeit im Hotel erholt. Den letzten Tag nutzten wir dann noch mal ausführlich zur Sightseeingtour. Unser Ziel war "Elephanta Island" in 10 km Entfernung auf dem Indischen Meer. Mit einem Boot setzten wir vom Gateway of India über und konnten so die Skyline von Mumbai aus der Ferne betrachten. Die 7 km² große Insel erhielt ihren Namen von den Portugiesen, welche im 16. Jh. dort ankamen. Da sie eine riesige Skulptur von der Form eines Elefanten vorfanden, nannten sie die Insel "Elephanta Island". Heute geht es auch hier sehr kommerziell zu. Die unzähligen Stufen, die man überwinden muss, um zu den acht Felsenhöhlen zu gelangen, sind von vielen Händlern mit ihren Ständen umsäumt. Unser Guide, einem Inder, dessen Englisch alle Insassen vom Boot sehr schlecht verstanden, führte uns anfänglich über die Insel. Im Anschluss daran be-sichtigten wir noch die restlichen Felsenhöhlen, bevor wir gegen 13 Uhr enttäuscht durch die schlechte Führung und den Kommerz, der auf der Insel betrieben wird, zurück nach Mumbai fuhren. Dort trafen wir die Rück-reisevorbereitungen. Dirk wollte in der Zwischenzeit noch zu MC Donald was essen gehen, denn er hatte es sich am Tag zuvor vorgezogen, faul im Bett zu liegen, während Andrea, Jörg und ich noch einen Nachmittagsspaziergang ein-geschoben und dabei eine MC Donald-Filiale gefunden hatten und diese gleich mal stürmten. Nur leider hatte Dirk etwas Pech, aufgrund von Stromausfall war die Filiale leider geschlossen. Aber Dirk hat nichts verpasst, denn auch dort war logischer Weise alles in indischer Geschmacksrichtung gehalten.

28.08.2007 - Deutschland, wir kommen!

In der Früh gegen 04:00 Uhr holte uns das per Internet bestellte Taxi ab. Nach letztmaligen Preisverhandlungen wegen dem "Nachtzuschlag" fuhr uns der Fahrer über den Marine Drive, auf dem halb Indien versammelt war, zum Flughafen in Begleitung von mehreren Motorradfahrern, die wild durch die Straßen fuhren und hupten. Nach einigen Umwegen kamen wir heil am Flughafen an, wo wir abermals Immigrationsformulare ausfüllen mussten, um Indien verlassen zu dürfen und in den Flieger einchecken zu können. Gegen 06:40 Uhr startete das Flugzeug und wir konnten noch mal Mumbai mit seinen Slums von oben sehen. Nach einem kurzen Zwischen-stopp in Kuwait flogen wir weiter nach Frankfurt am Main, wo wir gegen 14:00 Uhr landeten und erneut ein Fahrzeug mieteten, um mit einem Ford mit belgischen Kennzeichen zurück nach Dresden zu gelangen. Irgendwo war dann doch bei allen Erleichterung zu spüren, dass wir wieder zu Hause waren - europäisches Essen, das eigene Bett, das eigene Bad ... horrende Preise, tiefere Temperaturen und der Alltag. Nachdem Ihr nun alle immer fleißig und regelmäßig unsere Mails gelesen habt und wir Euch mit unseren Reiseberichten belästigt haben, möchten wir uns bei Euch für Eure Aufmerksamkeit und Eure Mails bedanken. Wenn noch irgendwelche Fragen aufkommen sollten, dann gebt Bescheid, wir werden versuchen, sie Euch nach besten Wissen und Gewissen zu beantworten.
Liebe Grüße aus Germany